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Online Broker im Vergleich: Gebühren, Depot und die Auswahlkriterien

Vier Preis- und Leistungsverzeichnisse verschiedener Anbieter von oben nebeneinander gelegt; ein Blatt trägt eine grüne Griffmarke.
Erst wenn dieselben Positionen nebeneinander liegen, wird ein Anbietervergleich belastbar. Symbolbild.

Ein Online Broker Vergleich scheitert selten an fehlenden Daten und fast immer daran, dass die falschen Posten verglichen werden. Diese Übersicht sammelt die Positionen, die sich aus Pflichtunterlagen belegen lassen, und ordnet die Beiträge dieses Blogs entsprechend ein.

Was ein Online Broker tatsächlich leistet

Ein Online Broker führt Aufträge aus und verwahrt, was gekauft wurde. Alles andere, also Oberfläche, Analysewerkzeuge und Kursdaten, ist Zugabe. Für die Auswahl zählt deshalb an erster Stelle, unter welcher Aufsicht das Institut steht und wie die Kundenwerte gehalten werden, nicht wie modern die App aussieht.

Bei einem Online Broker aus dem EU-Raum genügt die Zulassung in einem Mitgliedstaat, um in Deutschland tätig zu sein. Nachprüfbar ist das über die Lizenznummer im Impressum. Dieser eine Abgleich schließt die meisten unseriösen Angebote aus, bevor überhaupt eine Zahl verglichen wird.

Gebühren: die Posten, die einen Vergleich entscheiden

Die sichtbaren Gebühren sind selten die teuersten. Wer Anbieter gegenüberstellt, sollte sechs Positionen nebeneinander legen: Ordergebühr, Spread, Währungsumrechnung, Auszahlungspauschale, Depotführung und Inaktivität. Erst diese Summe ergibt einen belastbaren Wert, und sie fällt je nach Nutzungsprofil völlig unterschiedlich aus.

Besonders unterschätzt werden zwei Gebühren. Die Währungsumrechnung fällt bei jedem Anbieter an, der intern in US-Dollar abrechnet, und trifft schon die erste Einzahlung. Und Auszahlungspauschalen wirken bei kleinen Beträgen prozentual heftig: fünf Dollar auf hundert Euro sind fünf Prozent, dieselben fünf Dollar auf zweitausend Euro sind ein Rundungsfehler.

Depot, Verwahrung und was im Ernstfall geschützt ist

Im Depot liegen echte Wertpapiere. Sie gehören dem Kunden und zählen bei einer Insolvenz des Instituts nicht zur Masse. Wird dieselbe Position gehebelt eröffnet, entsteht dagegen ein Differenzkontrakt, also eine Forderung gegen den Anbieter. Dann greift nur der jeweilige Entschädigungsfonds, und dessen Deckung liegt je nach Sitzland deutlich unter den 100.000 Euro, die von deutschen Bankeinlagen bekannt sind.

Für die Auswahl heißt das: die Frage nach dem Depot ist keine Formalie, sondern entscheidet, was im schlechtesten Fall überhaupt noch da ist. Wer ausschließlich ungehebelt kauft, ist hier besser gestellt als jemand, der dieselben Werte über Kontrakte handelt.

Wie dieser Vergleich aufgebaut ist

Grundlage sind die veröffentlichten Kosteninformationen und die Register der Aufsicht. Ein Online Broker Vergleich, der auf Testkonten und Einzeltrades beruht, misst Tagesform statt Konditionen. Deshalb stehen hier Zahlen aus Pflichtunterlagen, ergänzt um Nutzerberichte dort, wo sie auf wiederkehrende Reibung hinweisen.

Den ausführlichen Einzelbericht zum bekanntesten Anbieter dieser Kategorie gibt es unter Ist eToro seriös. Zur Einordnung von Betrugsvorwürfen bei diesem Anbieter lohnt zusätzlich ein Blick auf betrugstest.com.

Nicht in diese Kategorie gehören Angebote ohne Anlagecharakter. Die vielen Online Casinos die man heutzutage in Deutschland findet, sollte man hier eher nicht mit einbeziehen: eine Wette mit festgelegter negativer Erwartung ist mit einem Wertpapierdepot nicht vergleichbar.

Welche Fragen ein Vergleich beantworten muss

Bevor Zahlen verglichen werden, lohnt eine kurze Liste von Fragen, die jeder Anbieter beantworten können muss. Sie schließt die meisten Kandidaten schneller aus als jede Gebührentabelle.

Wer beaufsichtigt das Institut, und steht die Lizenznummer im öffentlichen Register? Wird das Konto in Euro oder in einer Fremdwährung geführt, und fällt damit bei jeder Bewegung eine Umrechnung an? Liegen gekaufte Papiere als Eigentum im Depot oder handelt es sich um Differenzkontrakte? Wird eine deutsche Steuerbescheinigung erstellt, oder gehört die Abrechnung in die eigene Erklärung? Und was kostet eine Auszahlung, absolut und im Verhältnis zu der Summe, die man tatsächlich bewegen will?

Fünf Antworten, alle nachprüfbar, keine davon eine Geschmacksfrage. Erst danach lohnt der Blick auf Ordergebühren und Spreads, weil erst dann klar ist, ob die Angebote überhaupt dasselbe leisten. Ein günstiger Anbieter, bei dem die Papiere nicht im eigenen Depot liegen, ist mit einem teureren nicht vergleichbar; das sind zwei verschiedene Produkte mit derselben Kursanzeige.

Warum hier keine Punktzahlen stehen

Vergleichsportale enden meist mit einer Note. Sie verdichtet Kosten, Produktumfang, Regulierung und Bedienbarkeit auf eine Zahl und verliert dabei genau die Information, die die Entscheidung tragen müsste, weil die Gewichtung im Verborgenen bleibt. Zwei Anleger mit entgegengesetztem Nutzungsprofil bekommen dieselbe Note.

Hier stehen deshalb die Positionen einzeln, mit der Systematik, wie sie sich addieren. Das ist unbequemer und dauert länger, führt aber zu einer Zahl, die zum eigenen Verhalten passt statt zu einem Durchschnitt.

Häufige Fragen zur Broker-Auswahl

Welche Gebühren fallen bei einem Online Broker wirklich an?

Neben der Ordergebühr zählen Spread, Währungsumrechnung, Auszahlungspauschalen, Depotführung und mögliche Inaktivitätsgebühren. Anbieter, die mit null Prozent Provision werben, verdienen in der Regel am Spread und an der Umrechnung. Alle diese Posten stehen in den Kosteninformationen, die jeder Anbieter veröffentlichen muss.

Was unterscheidet ein Depot von einem Handelskonto?

Im Depot liegen echte Wertpapiere, die dem Kunden gehören und bei einer Insolvenz des Instituts nicht zur Masse zählen. Ein Handelskonto für Differenzkontrakte führt dagegen Forderungen gegen den Anbieter. Beide werden häufig über dieselbe Oberfläche angeboten, sind rechtlich aber verschieden.

Ist ein günstiger Anbieter automatisch der bessere?

Nein, weil günstig vom Nutzungsprofil abhängt. Wer zweimal im Jahr eine größere Summe bewegt, achtet auf Spread und Umrechnung. Wer monatlich kleine Beträge einzahlt und wieder abzieht, zahlt vor allem Pauschalen. Derselbe Anbieter kann für den einen billig und für den anderen teuer sein.

Woran erkennt man eine gültige Zulassung?

An der Lizenznummer im Impressum, die im öffentlichen Register der zuständigen Aufsicht nachprüfbar ist. Bei EU-Anbietern reicht eine Zulassung in einem Mitgliedstaat aus, um in Deutschland tätig zu sein. Fehlt die Nummer oder findet sie sich nicht im Register, ist das ein Ausschlussgrund.

Führt ein ausländischer Anbieter die Steuer automatisch ab?

Meist nicht. Institute ohne deutsche Niederlassung erstellen keine Steuerbescheinigung und behalten keine Kapitalertragsteuer ein. Die Erträge müssen dann in der eigenen Steuererklärung angegeben werden, was Aufwand bedeutet, aber kein Nachteil bei der Sicherheit ist.

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